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Was sagt dein Spiegelbild?

Januar 25, 2011

Daniel erzählte mir gestern die Geschichte von Iris, einem Mädchen, das er in einem Zeichenkurs kennengelernt hatte.
„Sie war immer so fröhlich und hatte so viel Talent. Ihre Bilder bewegten und regten zum Träumen an. Leider malt sie jetzt nicht mehr.“
Als ich ihn fragte warum, schien er ein wenig betrübt. Er erzählte mir wie eine Zeichenkollegin, ihr Name war Shania, Iris immer kritisiert hatte und jedes Bild, das sie malte, schlecht reden musste.
„Aber deshalb hört man doch nicht mit dem Zeichnen auf. Es gibt immer Menschen, die einen runter bringen wollen.“
Als Iris an einem normalen Mittwoch Morgen wieder in die Zeichenstunde ging und die Klasse betrat, fand sie alle ihre Bilder zerissen auf dem Boden vor.
„Wirklich? War es diese Shania?“
„Keiner weiß es genau, aber die Vermutung liegt nahe. Seitdem hat Iris einfach aufgegeben.“

Ich finde soetwas einfach nur schade und ich werde diese Menschen nie verstehen, die anderen Leid zufügen wollen. Ich wünschte Iris hätte nicht aufgehört, denn dadurch hat sie Shania genau das gegeben, was sie wollte.

Früher habe ich mich auch leicht runterkriegen lassen, habe mich sofort beleidigt gefühlt und wurde in negative Stimmung versetzt.

Man darf einfach nicht zulassen, dass andere Menschen einen auf diese Art und Weise beeinflussen. Es wird immer Menschen geben, die fröhliche Menschen unglücklich sehen wollen. Sie tun alles, was in ihrer Macht steht, um einen glücklichen Stern nach dem anderen auszulöschen, meist sogar unbewusst, weil sie nicht erkennen, dass ihr Ego sie fest im Griff hat.
Ich habe erkannt, dass Menschen wie Shania so handeln, damit sie sich selber besser fühlen, da sie in ihrem Inneren tatsächlich traurig und einsam sind.

Glückliche Menschen wollen auch andere glücklich sehen.
Außerdem gibt es auch soetwas wie konstruktive Kritik, die man leicht an der Wortwahl und der Ausdrucksweise erkennen kann. Wenn jemand einfach nur gemein ist, um gemein zu sein, dann erkenne was dahinter steckt: das traurige Ich dieser Person, das dich auch traurig sehen will.

Grundsätzlich behandeln wir andere Menschen so wie wir uns selber fühlen und wenn wir eine andere Person beneiden oder schlecht reden, dann nur, weil es einen Ort in uns gibt, wo all diese negativen Emotionen residieren. Unsere Handlungen und unsere Worte spiegeln unser eigenes Selbst wider.

Im ersten Moment, könnte man sogar das Verlangen spüren zu erwidern und der anderen Person mit denselben Mitteln zu begegnen, die diese gewählt hat … doch das nährt nur das Ego des anderen und selten kann man dadurch etwas erreichen.

Begegne solchen Menschen einfach mit Stille. Stille ist wie Macht. Wenn sie dich beleidigen wollen, sei nicht beleidigt und ihre Beleidigung bleibt an ihnen picken, wie ein Blutegel, der an ihrem Blut saugt.

Mir ist schon klar, dass all dies leichter gesagt ist, als getan. Mir passiert es auch noch, dass mich die Dinge, die andere sagen, berühren und traurig machen. Niemand ist perfekt. Allerdings komme ich schneller darüber hinweg und widme mich meinem Leben und dem, was mir wichtig ist und was ich liebe, anstatt mich mit dem zu befassen, was andere über mich denken oder sagen.

Versuche einfach immer daran zu denken, dass das, was wir bei anderen sehen, ein Spiegelbild dessen ist, was wir selbst fühlen. Also wenn das nächste Mal jemand versucht, dich runterzukriegen, erkenne, dass es nichts mit dir zu tun hat und vor allem male weiter und male noch mehr als vorher bis dann sogar eine Shania glücklich wäre, wenn sie ein Bild von dir hätte, weil es nun so unglaublich wertvoll ist.

Noch ein Gedanke am Rande … die Person, die du heute beleidigst, könnte die Person sein, deren Freundschaft du in Zukunft gerne hättest. Blöd gelaufen, was?

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